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Energiestadt - Vorbildcharakter in der Mobilität

Erstellt am 13.02.2007
Aktualisiert am 04.08.2008

Profil & Eckdaten

zugeordnete Tags/Schlagwörter

  • Pendler
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  • Fuss
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  • Auto

Jährliche Betriebskosten

  • gering (bis Fr. 5'000.-)
  • mittel (bis Fr. 20'000.-)
  • hoch (ab Fr. 20'000.-)
0 5'000 20'000
  • gering (bis Fr. 5'000.-)
  • mittel (bis Fr. 20'000.-)
  • hoch (ab Fr. 20'000.-)

Investitionskosten

  • gering (bis Fr. 10'000.-)
  • mittel (bis Fr. 50'000.-)
  • hoch (ab Fr. 50'000.-)
0 10'000 50'000
  • gering (bis Fr. 10'000.-)
  • mittel (bis Fr. 50'000.-)
  • hoch (ab Fr. 50'000.-)

Raumtyp

  • Zentrum / Stadt
  • Agglomeration
  • Ländlich / Dorf

Gemeindegrösse

  • < 5'000 Einwohner
  • 5'000 - 10'000 Einwohner
  • 10'000 - 20'000 Einwohner
  • > 20'000 Einwohner

Rund ein Viertel der Energie wird in der Schweiz im Mobilitätsbereich verbraucht. Es ist daher wichtig, dass die Energiepolitik auch den Bereich Mobilität umfasst. Daneben hat eine energieeffiziente Mobilität auch ganz direkt wirtschaftliche und ökologische Vorteile und verbessert die Wohn- und Lebensqualität. Das Programm

EnergieSchweiz für Gemeinden und der Trägerverein Energiestadtunterstützen Gemeinden in der Energiepolitik – nicht zuletzt auch im Mobilitätsbereich. Sie vergleichen die energiepolitischen Leistungen von über 130 mit dem Label Energiestadtzertifizierten Gemeinden, bewerten deren Qualität und entwickeln Produkte und Dienstleistungen zur Förderung des energiepolitischen Engagements.

Beispiele aus dem Kanton Aargau

Mitte November 2006 wurde die Stadt Baden für Ihre Aktivitäten im Energiebereich mit dem Label Energiestadt Gold ausgezeichnet – der höchsten Auszeichnung des Programms Energiestadt. Mit 75% aller möglichen Punkte wurde ein Stand erreicht, der bisher nur noch für weitere sieben Gemeinden in der Schweiz dokumentiert ist. Insbesondere haben die Massnahmen „Mobilität“ sowie „Entwicklungsplanung und Raumordnung“ – zwei von gesamthaft sechs beurteilten Teilbereichen – zu diesem Erfolg beigetragen.

Wesentlich sind die gute Erschliessung der Stadt mit dem öffentlichen Verkehr sowie die im Rahmen des Programms badenmobil geschaffene Mobilitätszentrale und die Mobilitätsberatungen für Unternehmen. Die Stadt Baden ist damit ein Beispiel einer Energiestadt mit Vorbildcharakter in der Mobilität.

Aber auch andere Gemeinden im Kanton Aargau sind mit dem Label Energiestadtausgezeichnet worden. In der Gemeinde Turgi – mit insgesamt rund 2'500 Einwohnern gehört sie zu den kleineren Energiestadt-Gemeinden – wurde die Bahnhofstrasse zu einer stark verkehrsberuhigten, attraktiven „Flaniermeile“ umfunktioniert. Zudem sind rund 75% aller Wohnquartiere mittels Tempo-30-Zonen verkehrsberuhigt.

Bereits 2001 hat die Gemeinde Magden (gut 3'000 Einwohner) mit der Aktion „Churzi Wäg“ eine beispielhafte Kampagne zur Bekanntmachung von kurzen Weg-Verbindungen und lokalen Produkten durchgeführt. Zur Unterstützung wurde eine Fussgängerkarte erstellt und allen Interessierten abgegeben. Ein Mobility-Fahrzeug-Standort und verschiedene Bike+Ride-Anlagen ergänzen das Angebot in der Gemeinde.

Die EnergiestadtAarau (rund 16’000 Einwohner) und umliegende Gemeinden haben neu eine Karte mit Mobilitätsinfos realisiert. Sie zeigen damit auf einfache Weise die in der Gemeinde erreichte Qualität des Mobilitätsangebots.

Beschreibung

Hintergrund

Viele Gemeinden in- und ausserhalb des Kantons Aargau nutzen das Angebot von EnergieSchweiz für Gemeinden und dem Trägerverein Energiestadtzum Einstieg ins Thema Energie und Mobilität, z.B. in dem sie eine Initialberatung im Teilbereich Mobilität beanspruchen oder eine Bestandesaufnahme nach den Kriterien von Energiestadtdurchführen, um dann ein energiepolitisches Programm zu entwickeln. Sie können sich dabei auf die Erfahrungen von über 130 Energiestädten abstützen. Die im Teilbereich Mobilität bewerteten Tätigkeitsfelder sind im nachstehenden Abschnitt beschrieben. Je nach Umsetzungsstand besteht die Möglichkeit, sich als Energiestadtzertifizieren oder als „Partner auf dem Weg“ anerkennen zu lassen.

Die EnergiestadtGold Baden zählt rund 17'000 Einwohner und 22'000 Beschäftigte. Baden ist gut in das Netz des öffentlichen Verkehrs eingebunden und mit den Autobahnanschlüssen an die A1 in Baden Dättwil und Neuenhof auch mit dem Individualverkehr sehr gut erschlossen. Geprägt von den Problemen am Bareggtunnel der A1 in den 80er- und 90er Jahren und auf der Suche nach neuen Lösungswegen hat die Stadt im Planungsleitbild 1998 das Mobilitätsmanagement verankert.

Im Bestreben, eine nachhaltige und zukunftstaugliche Energiepolitik zu fördern, setzt sich die Stadt Baden schon seit vielen Jahren mit Energie- und Mobilitätsthemen auseinander. Der formelle Einstieg bei Energiestadthingegen erfolgte erst in den letzten Jahren.

Angebot

Um die Mobilität möglichst energieeffizient und attraktiv auch für Alternativen zum Auto abzuwickeln, hat die Gemeinde eine Fülle von Möglichkeiten. Energiestadtgibt dazu im Teilbereich Mobilität einen guten Überblick über mögliche Tätigkeitsfelder, die nachstehend beispielhaft konkretisiert sind:

Mobilitätsmanagement in der Verwaltung

  • Unterstützung bewusster Mobilität
  • Fahrzeuge der Verwaltung

Die Gemeindeverwaltung setzt für Ihre Mitarbeitenden Anreize zur Nutzung von Bus und Bahn oder des Velos für den Arbeitsweg und bei Dienstfahrten. Beispiele dazu sind ein entsprechend ausgestaltetes Spesenregelement sowie finanzielle Beiträge an das Abonnement des öffentlichen Verkehrs (Siehe PRAXIS Beispiel Mobilitätsmanagement in Unternehmen). Bei den kommunalen Fahrzeugen wird die Energieeffizienz als wichtiges Beschaffungskriterium eingesetzt.

Verkehrsberuhigung, Parkieren

  • Bewirtschaftung Parkplätze
  • Hauptachsen
  • Temporeduktions-, Begegnungszonen
  • Gestaltung des öffentlichen Raumes

Die Parkplätze im Zentrum der Gemeinde sind kostenpflichtig und ihre Nutzung zeitlich beschränkt. Die Hauptachsen des Strassennetzes nehmen ihre Sammelfunktionen für den motorisierten Individualverkehr wahr, ihre Nutzung ist aber auch für den öffentlichen Verkehr und für den Langsamverkehr (z.B. mit Mehrzweckstreifen) auf hohem Niveau gesichert. Wohnquartiere sowie Einkaufs- oder Kernzonen sind als Tempo-30- oder Begegnungszonen ausgestaltet (Siehe PRAXIS Beispiel Zonen mit Tempobeschränkungen).

Nicht motorisierte Mobilität

  • Fusswegnetz, Beschilderung
  • Radwegnetz, Beschilderung
  • Abstellanlagen

Ein dichtes Netz von Fuss- und Velowegen erschliesst das Gemeindegebiet und dabei insbesondere wichtige Zielorte. Die Wege sind signalisiert und verkehrssicher ausgestaltet (Siehe PRAXIS Beispiel Fussgängerleitsystem). Für den Veloverkehr stehen genügend attraktive Abstellanlagen an den Zielorten zur Verfügung (Siehe PRAXIS Beispiel Veloparkierung in Gemeinden).

Öffentlicher Verkehr

  • Qualität des ÖV-Angebots
  • Vortritt ÖV
  • Kombinierte Mobilität

Die Gemeinde setzt sich aktiv für ein attraktives Angebot des öffentlichen Verkehrs auf dem Gemeindegebiet ein. Die Bus-Routen sind durch Eigentrassees und Bevorzugung an Lichtsignalanlagen gegen Staus und Verlustzeiten gesichert. Attraktive Angebote der kombinierten Mobilität (z.B. Car-Sharing, öV-Tageskarte Gemeinde) ergänzen das Angebot (Siehe PRAXIS Beispiel CarSharing mit Öffentlichkeitsarbeit fördern).

Mobilitätsmarketing

  • Mobilitätsinformation und -Beratung
  • Mobilitätsveranstaltungen, -Aktionen

Mit permanent verfügbaren Informationen, z.B. im Internet, und mit periodischen Kampagnen motiviert die Gemeinde die Bevölkerung, ihr Mobilitätsverhalten zu überprüfen bzw. Bahn, Bus und Velo vermehrt zu nutzen, mehr zu Fuss zu gehen und das Auto effizienter einzusetzen (Siehe PRAXIS Beispiele In die Stadt ohne mein Auto und Ortspläne mit Mobilitätsinfos).

Weitere Teilbereiche des Massnahmenkataloges Energiestadtsind nachstehend aufgeführt. Für die Mobilität speziell bedeutsam ist daraus der Teilbereich „Entwicklungsplanung, Raumordnung“, werden hier doch die planerischen und strategischen Grundlagen für die Aktivitäten im eigentlichen Mobilitätsbereich geschaffen.

  • Entwicklungsplanung, Raumordnung (u.a. Verkehrsplanung)
  • Kommunale Gebäude und Anlagen (u.a. Energiebuchhaltung)
  • Versorgung, Entsorgung (u.a. Nutzung Abwärme)
  • Interne Organisation (u.a. Zusammenarbeit mit externen Partnern)
  • Kommunikation, Kooperation (u.a. Kampagnen, Informationsaktivitäten).

Der Einstieg einer Gemeinde bei Energiestadterfolgt meist über eine alle Teilbereiche umfassende Bestandesaufnahme, welche mit Unterstützung eines Energiestadtberaters durchgeführt wird. Für Gemeinden aus den Mobilservice-Trägerkantonen Aargau und Bern besteht zudem die Möglichkeit, im Rahmen einer Impulsberatung das Handlungspotenzial im Bereich Mobilität näher zu prüfen.

Gemeinden, die Mitglied im Trägerverein Energiestadtsind, erhalten finanzielle Beiträge an den Beizug von EnergiestadtberaterInnen und ausgewählten ExpertInnen, können kostenlos Umsetzungshilfen beziehen und werden an Erfa-Veranstaltungen eingeladen.

Erfahrungen

Die Energiepolitik der Stadt Baden wurde durch die Auszeichnung als EnergiestadtGold belohnt. Die Leistungen können so transparent und auch kommunikativ nutzbar gemacht werden.

In Baden konnten zwischen 2002 und 2006 wichtige Verkehrsinfrastrukturen in Betrieb genommen werden (Siggenthaler Brücke, 3. Röhre Baregg, Fahrplansystem Bahn 2000, S-Bahn-Haltestelle Mellingen Heitersberg, Umfahrung Ennetbaden inkl. Sperrung Schiefe Brücke). Das Verkehrsaufkommen hat sich auf hohem Niveau eingependelt. Durch die 3. Tunnelröhre am Baregg konnte wie erwartet nur eine minimale Entlastung auf den seinerzeitigen „Ausweichrouten“ im Gemeindegebiet erreicht werden. Busbevorzugungen führen zu einer Minimierung der Verlustzeiten für den öffentlichen Verkehr, welcher mit modernen Fahrzeugen verkehrt. An der neuen S-Bahn-Haltestelle Mellingen Heitersberg werden steigende Passagierfrequenzen und eine zunehmende Nutzung der neuen P+R-Anlage nachgewiesen. Auch die Mobilitätszentrale badenmobil erfreut sich steigender Kundenzahlen.

Ein Grossteil der Wohnquartiere wurde mit einfachen Massnahmen verkehrsberuhigt. Im Zentrum tragen Fussgängerzonen zu attraktiven Einkaufsgelegenheiten bei. Die Parkplätze im Zentrum sind mit kostendeckenden Gebühren bewirtschaftet.

Die Teilnehmenden der 2003 durchgeführten Verkehrsforen – eine offene Plattform zur Thematik Mobilität und Verkehr – haben der Verkehrsplanung der Stadt Baden gute Noten ausgestellt.

Wirkung

Umwelt und Energie

Umweltfreundlichere Mobilität: Ein konsequentes nachhaltiges Energiemanagement führt mittel- und langfristig zur besseren Mobilität der BewohnerInnen und PendlerInnen. Langsamverkehr, öffentlicher Verkehr und motorisierter Individualverkehr werden zu einem Gesamtsystem zusammengeführt, das insgesamt weniger Energie verbraucht, mehr Sicherheit gewährleistet und die Luft weniger belastet.

Gesellschaft

Bessere Lebensqualität: Eine Energiestadt wird von der Bevölkerung als moderne Gemeinde wahrgenommen. Sie hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt ein zukunftsweisendes Energie- und Mobilitätsmanagement um. Nachhaltige Entwicklung ist kein Schlagwort, sondern ein bewusster und kontinuierlich praktizierter Prozess unter Beteilung vieler Akteure. Die Bevölkerung profitiert von besseren, sicheren und behindertentauglichen Langsamverkehrsinfrastrukturen und öV-Angeboten und nicht zuletzt von besserer Luft.

Wirtschaft

Mehr Arbeitsplätze, bessere Zukunftsperspektiven: Eine attraktive Mobilität und eine gute Erreichbarkeit sind wesentliche Standortfaktoren für die Wirtschaft. Die Erreichbarkeit der Firmenstandorte ist auf hohem Niveau und mittels verschiedener Verkehrsmittel gesichert, sowohl für die Mitarbeitenden als auch für Kunden und Lieferanten.

Werkzeuge

Vorgehen

Der Weg zum Label Energiestadtkann aufgrund bereits bestehender Vorleistungen, aufgrund geplanter Projekte oder zur Standortbestimmung und als Grundlage für eine zu erarbeitende Zielfestlegung eingeleitet werden. Der Prozess kann beispielsweise gemäss den nachstehenden Vorgehensschritten ablaufen:

  1. Gemeinderatsbeschluss für Interesse, Standortbestimmung, Impulsberatung
  2. Beitrittsgesuch Trägerverein (spätestens bis zur Zertifizierung)
  3. Kontaktnahme mit Energiestadtberater und Mobilitätsexperten, Erarbeitung Vorgehen
  4. Situationsanalyse, Standortbestimmung
  5. Interpretation, Massnahmenplanung, Aktionsprogramm
  6. kontinuierliches Umsetzung der Massnahmen
  7. Regelung Zertifizierungsprozess, Gemeinderatsbeschluss
  8. Zertifizierungs-Audit, Publikation
  9. Labelübergabe
  10. Jährliche Standortbestimmung, Re-Audit alle vier Jahre

Finanzierung

Energiestadt-Aktivitäten werden i.d.R. durch die Gemeinde finanziert. EnergieSchweiz richtet finanzielle Beiträge an Mitglieder des Trägervereins Energiestadt aus.

Marketing

Leistungsausweis und Aktivitätenprogramm nach Energiestadtdienen den Gemeinden als wichtige Elemente des Standortmarketings.

Weitere Infos

Weiterführende Links:

Weitere Downloads:

Kontaktadressen und Bezugsquellen:

  • Kontaktperson Energiestadt – Bereich Mobilität: Monika Tschannen
  • Kontaktperson EnergiestadtGold Baden: Markus Kindler,

Fragen Sie auch die Vertreter von Mobilservice PRAXIS Ihres Kantons um Rat. 

Verantwortlich für die Ausarbeitung dieses Praxis-Beispiels:

Departement Bau, Verkehr und Umwelt Kanton Aargau, Abteilung Verkehr
Entfelderstrasse 22 5001 Aarau
Tel. 062 835 33 30

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