Neue Standards und Grundlagen für Mobilitätsmanagement in der Schweiz
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Erstellt am 02.04.2025
Die sechs Schritte der Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts (Quelle: MMS)
Immer mehr Kantone und Gemeinden verlangen die Einführung von Mobilitätskonzepten, sei es im Rahmen von Bauprojekten, bei Unternehmen oder bei der Organisation von Grossveranstaltungen. Das Fehlen eines gemeinsamen Bezugsrahmens hat jedoch zu einer grossen Heterogenität in der Praxis geführt, was sowohl die Beurteilung der vorgelegten Dokumente als auch die Umsetzung und Bewertung erschwert. Vor diesem Hintergrund hat der Fachverband Mobility Management Suisse MMS neue Standards für Mobilitätsmanagement entwickelt. Anlässlich des Mobilservice Webinars vom 25. März 2025, das diesem Thema gewidmet war, haben die beiden MMS-Vorstandsmitglieder Daniel Baehler und Alexander Federau einen Überblick über Ziele und Anwendung dieser Grundlagen präsentiert.
Die MMS-Standards sind eine methodische Referenz für die strukturierte Erarbeitung von Mobilitätskonzepten. Trotz des klaren Rahmens lassen sie den beteiligten Akteur:innen Raum für Flexibilität, um sich an die spezifischen Gegebenheiten der jeweiligen Areale, Unternehmen oder Veranstaltungen anzupassen. Sie umfassen sechs Etappen für die Erarbeitung von Mobilitätskonzepten. Als erstes gilt es, die Projektorganisation zu definieren. In einem zweiten Schritt folgt die Analyse der Einflussfaktoren, z.B. mittels Erreichbarkeits- und Mobilitätsanalyse. Anschliessend werden die Potentiale und Ziele festgelegt, um, darauf aufbauend, einen Massnahmenkatalog zu entwickeln. Schliesslich gilt es, ein Konzept fürs Monitoring und die Wirkungskontrolle zu erarbeiten und die Projektorganisation für die Umsetzung und den Betrieb festzulegen.
Die MMS-Standards richten sich an alle Akteur:innen, die Mobilität planen oder managen. Sie unterstützen Verwaltungen dabei, Anforderungen an Mobilitätskonzepte zu definieren. Unternehmen, Immobilien- und Standortentwickler:innen sowie Architekt:innen finden darin einen Leitfaden für die Erstellung eines Mobilitätskonzepts und zur frühzeitigen Berücksichtigung der Bedürfnisse der Nutzenden. Auch Organisatoren von Grossanlässen und Betreiber:innen stark frequentierter Einrichtungen erhalten mit den MMS-Standards eine Hilfestellung, um die Mobilität ihrer Besucher:innen effizient zu gestalten und negative Verkehrsauswirkungen zu minimieren.
Spezifisch für Mobilitätsmanagement in neuen Arealen gibt es die MIPA-Handbücher, die 2014 entwickelt und im März 2025 in überarbeiteter und aktualisierter Version publiziert wurden. Roberto De Tommasi hat diese am Mobilservice Webinar präsentiert. MIPA steht für Mobilitätsmanagement in Planungsprozessen von Arealen. Die Handbücher zeigen auf, wie das Mobilitätsmanagement von der Planung bis zur Inbetriebnahme eines Areals vorbereitet und umgesetzt werden muss und durch welche Akteure dabei welche Aufgaben zu erfüllen sind. Ein Handbuch widmet sich der Verankerung des Mobilitätsmanagements und richtet sich damit an Standortgemeinden und -kantone. Ein zweites Handbuch ist direkt den Mobilitätskonzepten gewidmet und richtet sich damit an Grundeigentümer und Bauherrschaften. Schliesslich gibt es eine Sammlung von guten Beispielen, die teils in Betrieb, teils in Realisierung oder Planung sind.
Weitere Informationen
- Mobilservice Webinar vom 25.03.2025 zum Thema “Mobilitätskonzepte: Schweizer Standards für Areale und Unternehmen” (Dokumentation und Video)
- MMS-Standards zum Mobilitätsmanagement
- MIPA – Mobilitätsmanagement in Planungsprozessen von Arealen